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Autismus, ADHS und Tics

Zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstörung und neuropsychiatrischer Krankheit

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Autismus, ADHS und Tics
Ludger Tebartz van Elst
Verlag
Kohlhammer
ISBN-Nummer
978-3-170-41158-6
Preis
36, 00 €
Kaufen bei Diana Künne, Pädagogischer Verlag und Buchhandlung

Vor ca. einer Woche kam nun das Päckchen vom Kohlhammer Verlag. Und richtig!

Unter dem Titel "Autismus, ADHS und Tics" hat Ludger Tebartz van Elst die Neuerungen aus ICD 11 bzw. DSM 5 eingefügt.

Doch vor allem sind die Verbindenden Elemente aus (wie der Titel es verrät) den drei, gesellschaftlich nicht/kaum akzeptierten "Andersheiten" in Beziehung gestellt.

Die schon bekannten Inhalte aus der 2. Auflage wurden hier komplettiert.

So wie wir das schon von der "Bibel" für adultes ADHS, "ADHS im Erwachsenalter" (Krause und Krause, ISBN 978 3 608 42782 0) kennen, die seit Erstausgabe deutlich an inhaltlichem und physischem Gewicht gewachsen ist, kamen auch hier Neuerungen in den etablierten Bestand.

Wie stark verschiedenste Ausprägungen von Tics mit ADHS und ASS interagieren, Folge von Anspannung und "Fehlern in der artgerechten Haltung" von Autisten und ADHS-lern sind, wird hier sehr deutlich dargestellt.

Auch die -in unserer SHG oft "herzhaft" diskutierte- Thematik "Neurodiversität", also was ist "normal", was "individuell" und was ist im weiteste Sinne eine "Störung", wurde hier aufgegriffen und vom Autor eingeordnet.

Die Tabellen, Grafiken und Darstellungen aus Bildgebenden Verfahren, erleichtern das Verständnis vieler Texte ganz erheblich und farblich abgesetzte Zusammenfassungen machen das Zitieren leichter. Nicht zu vergessen ist die Kasuistik, die in verschiedenen Fallbeispielen vor allem weniger Erfahren Einblick in UNSER Leben und Leiden gibt. Lesern, die sich schon lange mit den drei Themenblöcken befassen, werden sie vermutlich eher wie ein Déjà-vu erscheinen, da sich wesentliche Strukturen und Wegpunkte im Leben einer betroffenen Person sehr auffällig vom einen Lebenslauf zum anderen wiederholen.

Sowohl informierten Betroffen und Angehörigen, aber vor allem den Medizinern, Pädagogen und "Entscheidern", wünsche ich von Herzen ein Exemplar unter dem Weihnachtsbaum.

Uns Betroffenen würde es deutliche Erleichterung bringen, wenn an entscheidenden Wegpunkten im Leben, "mehr Wissen statt Meinung" die Entscheidungsprozesse leiten würde.

Aus dem idyllischen Jena grüßt

Euer Stefan